Du hast PV-Überschuss, dein Nachbar zahlt 32 Cent pro kWh. Ab Juni 2026 darfst du den Strom direkt an ihn verkaufen. So geht's Schritt für Schritt.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Dein Wechselrichter exportiert gerade Strom ins Netz für 8 Cent. Dein Nachbar kauft gleichzeitig Strom für 32 Cent. Das muss nicht so sein. Ab dem 1. Juni 2026 darfst du deinen PV-Überschuss direkt an Nachbarn verkaufen, geregelt in §42c EnWG.
PV-Strom an Nachbarn verkaufen: die Kurzversion
PV-Strom an Nachbarn verkaufen ist ab dem 1. Juni 2026 durch §42c EnWG legal. Du brauchst dafür drei Dinge: einen Smart Meter (intelligentes Messsystem), eine Abrechnungsplattform und einen Liefervertrag mit deinem Nachbarn. Üblicher Preis: 18 bis 25 Cent pro Kilowattstunde, deutlich mehr als die Einspeisevergütung.
Stand: April 2026. §42c EnWG tritt am 1. Juni 2026 in Kraft. Einige Detail-Verordnungen folgen im Lauf des Jahres. Wir aktualisieren diesen Artikel quartalsweise.
Ist das legal? §42c EnWG ab dem 1. Juni 2026
Ja, ab dem 1. Juni 2026. Der neue §42c EnWG regelt das sogenannte Energy Sharing: das Teilen oder Verkaufen von selbst erzeugtem Strom mit Verbrauchern im gleichen Netzgebiet.
Drei Punkte, die §42c EnWG fordert:
Räumliche Nähe: Erzeuger und Verbraucher müssen im selben Verteilnetz-Gebiet liegen, also denselben Bilanzkreis. Das ist meist der ganze Ort oder ein Stadtteil. Nicht relevant: Postleitzahl oder Strasse.
Smart Meter: Beide Seiten brauchen ein intelligentes Messsystem. Es misst viertelstündlich, wer wie viel erzeugt und verbraucht.
Vertrag zur gemeinsamen Nutzung: Zwischen dir und deinem Nachbarn entsteht ein Vertrag mit Preis, Menge und Abrechnung.
Nicht zu verwechseln mit §42b EnWG: der regelt seit Mai 2024 die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung im selben Haus. §42c geht weiter und erlaubt das Teilen über das öffentliche Netz hinweg. Mehr dazu in Mieterstrom vs. Energy Sharing.
Was brauchst du dafür?
Drei Bausteine sind Pflicht. Den Rest erledigt eine Plattform für dich.
Baustein | Was es ist | Wer kümmert sich |
|---|---|---|
Smart Meter | Intelligentes Messsystem mit Viertelstundenmessung | Messstellenbetreiber |
Liefervertrag | Vertrag zur gemeinsamen Nutzung nach §42c EnWG | Plattform stellt Vorlage |
Abrechnungsplattform | Bilanziert Erzeugung und Verbrauch | Anbieter wie Pyrpose Energy |
Der Smart Meter ist für PV-Anlagen ab 7 kWp ohnehin verpflichtend. Den Rolloutplan zeigt die Bundesnetzagentur. Eine eigene GmbH oder Energieversorger-Lizenz brauchst du nicht: genau dafür gibt es Plattformen, die als Lieferant zwischen dir und dem Nachbarn auftreten.
Schritt für Schritt: so verkaufst du Solarstrom an Nachbarn
Fünf Schritte vom ersten Gespräch bis zur ersten Gutschrift. Üblich sind acht bis zwölf Wochen, je nach Smart Meter-Termin.
Nachbarn ansprechen. Frag, wer in deiner Strasse Interesse an günstigerem Solarstrom hat. Ein bis fünf Haushalte sind ein guter Start.
Plattform wählen. Du brauchst einen Anbieter, der dich rechtlich als Lieferant abbildet und Abrechnung sowie Anmeldung übernimmt. Pyrpose Energy ist dafür ab 2026 in Deutschland verfügbar.
Smart Meter installieren lassen. Du und deine Nachbarn meldet euch beim Messstellenbetreiber. Der Einbau kostet rund 20 bis 60 Euro Miete pro Jahr.
Vertrag abschliessen. Du, deine Nachbarn und die Plattform unterschreiben den Vertrag zur gemeinsamen Nutzung. Darin: Preis, Laufzeit, Kündigungsfristen.
Automatische Abrechnung läuft. Die Plattform liest monatlich die Smart Meter-Daten aus und überweist dir den Erlös. Dein Nachbar bekommt eine normale Stromrechnung.
Wir verkaufen dabei keine Wärmepumpen, Speicher oder PV-Anlagen. Wir senken die Kosten dahinter.
Was verdienst du damit?
Ein Rechenbeispiel: 5 kWp PV-Anlage, ein Nachbarshaushalt nimmt einen Teil deines Überschusses ab.
Posten | Wert |
|---|---|
Jahreserzeugung 5 kWp | ca. 5.000 kWh |
Eigenverbrauch | 1.500 kWh |
An Nachbarn verkauft | 2.000 kWh |
Verkaufspreis Nachbar | 20 ct/kWh |
Einspeisevergütung Vergleich | 8 ct/kWh |
Mehrerlös pro Jahr | 240 Euro |
Rechnung: 2.000 kWh x (20 ct - 8 ct) = 240 Euro pro Jahr zusätzlich. Über 20 Jahre Anlagenlaufzeit sind das rund 4.800 Euro mehr als reine Einspeisung.
Der Preis im Energy Sharing liegt typischerweise zwischen 18 und 25 ct/kWh. Plattform- und Smart Meter-Kosten von wenigen Euro pro Monat sind hier noch nicht abgezogen. Mehr im Vergleich Energy Sharing vs. Einspeisevergütung.
Was ist mit Steuern?
Für die meisten privaten PV-Betreiber ändert sich kaum etwas. Seit 2023 gilt der Nullsteuersatz beim PV-Kauf und die Einkommensteuerbefreiung für Anlagen bis 30 kWp. Wer an Nachbarn verkauft, bleibt meist in der Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG, solange der Umsatz unter 25.000 Euro pro Jahr liegt. Im Einzelfall mit Steuerberater klären. Übersicht: Verbraucherzentrale zur PV-Steuer.
Was kostet dein Nachbar weniger?
Damit das Modell trägt, muss es für beide Seiten passen. Aus Sicht des Nachbarn:
Posten | Üblicher Tarif | Energy Sharing |
|---|---|---|
Arbeitspreis | 32 ct/kWh | 26 ct/kWh inkl. Netzentgelt |
Jahresverbrauch | 4.000 kWh | 4.000 kWh |
Stromkosten | 1.280 Euro | 1.040 Euro |
Ersparnis pro Jahr | - | 240 Euro |
Du verdienst 240 Euro mehr, dein Nachbar spart 240 Euro. Möglich, weil keine Marge eines grossen Stromkonzerns dazwischenliegt. Wenn die Sonne nicht scheint, kommt der Reststrom aus dem normalen Tarif des Nachbarn. Die Plattform rechnet beides sauber zusammen ab.
Häufige Fragen zu Strom an Nachbarn verkaufen
Kann ich Strom an mehrere Nachbarn verkaufen?
Ja. §42c EnWG setzt keine Obergrenze für die Anzahl der Verbraucher. Wichtig: alle müssen im selben Verteilnetz-Gebiet liegen und einen Smart Meter haben. Eine 5 kWp-Anlage versorgt typischerweise zwei bis vier Haushalte teilweise mit. Die Plattform verteilt den Strom anteilig.
Brauche ich einen eigenen Stromliefervertrag oder eine Energieversorger-Lizenz?
Nein. Plattformen wie Pyrpose Energy treten rechtlich als Lieferant auf und übernehmen Anmeldung, Bilanzkreis und Abrechnung. Du musst keine GmbH gründen und keine Lizenz beantragen. Der Vertrag zur gemeinsamen Nutzung deckt deine Pflichten ab.
Was passiert, wenn der Nachbar mehr verbraucht als ich produziere?
Dann bekommt er den Reststrom aus seinem regulären Tarif. Eine Plattform bündelt das oft mit einem Reststromvertrag, sodass dein Nachbar nur eine Rechnung bekommt. Du selbst musst nichts ausgleichen.
Wie wird abgerechnet?
Die Smart Meter messen viertelstündlich. Die Plattform berechnet daraus die monatliche Abrechnung: du bekommst eine Gutschrift, dein Nachbar eine Stromrechnung. Du musst nichts manuell ablesen.
Brauche ich für die Anmeldung beim Netzbetreiber etwas Besonderes?
Bei Anlagen unter 30 kW (Einfamilienhaus) oder 100 kW (Mehrparteienhaus) gelten Vereinfachungen nach §42c EnWG. Bestimmte Pflichten zum Lieferantenwechsel entfallen. Das sind keine Teilnahme-Obergrenzen: auch grössere Anlagen können Energy Sharing nutzen, der Aufwand ist nur höher. Die Plattform übernimmt die formale Anmeldung in beiden Fällen.
Lohnt sich das auch bei kleinem Überschuss?
Schon ab 1.000 kWh pro Jahr zusätzlichem Verkaufsvolumen kommen rund 120 Euro Mehrerlös zusammen, mehr als die Plattformkosten. Bei älteren Anlagen mit niedriger Einspeisevergütung lohnt sich der Wechsel besonders schnell.
Du willst Energy Sharing nutzen?
Pyrpose Energy startet 2026 in Deutschland. Wer früh dabei sein will, sichert sich auf der Warteliste den Platz für die ersten Quartiere und bekommt regelmässige Updates zur Gesetzeslage und zum Marktstart. Unser Team in der Schweiz betreibt Energy-Sharing-Plattformen seit 2023, dieses Wissen bringen wir nach Deutschland.
Quellen und weiterführende Links:
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