Wärmepumpe mit Solar: lohnt sich die Kombination wirklich?

7 Min. Lesezeit
Familie vor Haus mit Solar und Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe mit Solaranlage kombiniert senkt deine Heizkosten deutlich. Wir zeigen Kosten, Förderung 2026 und eine Beispielrechnung für ein 150 m² Haus.

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Eine Wärmepumpe ohne Solar ist wie ein Elektroauto, das mit Kohlestrom lädt. Die Kombination macht den Unterschied. Wer beides zusammen plant, deckt einen großen Teil des Heizstroms aus dem eigenen Dach und macht sich vom Strompreis unabhängiger.

Wärmepumpe mit Solar: das Wichtigste in Kürze

Eine Wärmepumpe mit Solar kombiniert deckt einen Teil des Heizstroms direkt vom eigenen Dach. Die Eigenverbrauchsquote steigt durch die Wärmepumpe um 10 bis 20 Prozentpunkte. Mit Speicher und Wärmepumpe sind 70 bis 85 Prozent realistisch.

Kennzahl

Wert

Faustformel PV-Größe

rund 1,5 kWp pro kW Wärmepumpenleistung

Eigenverbrauchsquote ohne Speicher

25 bis 35 Prozent

Eigenverbrauchsquote mit Speicher und WP

70 bis 85 Prozent

JAZ Luft-Wasser-WP (typisch)

3,0 bis 3,8

JAZ Sole-Wasser-WP (typisch)

4,0 bis 5,0

Strompreis Bestandskunden 2026

rund 32,8 ct/kWh

Einspeisevergütung Teileinspeisung 2026

7,78 ct/kWh

Die Kernlogik: Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, ersetzt teuren Netzstrom. Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt nur einen Bruchteil davon. Deshalb lohnt sich Eigenverbrauch.

Warum Wärmepumpe und Solar so gut zusammenpassen

Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im modernen Haus. Eine Solaranlage liefert genau diesen Strom günstig vom eigenen Dach. Das ist die einfache Logik dahinter.

Eine Wärmepumpe arbeitet mit einer JAZ (Jahresarbeitszahl, sagt wie effizient die Wärmepumpe arbeitet) zwischen 3 und 5. Das heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Wenn dieser Strom vom eigenen Dach kommt, kostet er dich rechnerisch nur 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, nicht 32 Cent vom Versorger.

Die typische Solaranlage produziert ohne Wärmepumpe einen Eigenverbrauch von 25 bis 35 Prozent. Der Rest fließt ins Netz und bringt nur die Einspeisevergütung von 7,78 ct/kWh (Bundesnetzagentur, Stand Februar 2026). Mit einer Wärmepumpe steigt der Eigenverbrauch um 10 bis 20 Prozentpunkte. Mit zusätzlichem Speicher sind 70 bis 85 Prozent realistisch.

Anders gesagt: Die Wärmepumpe verwandelt überschüssigen Solarstrom in warmes Wasser und Heizwärme, statt ihn günstig ins Netz zu verschenken.

Wie groß muss die PV-Anlage sein?

Als Faustformel rechnen Fachbetriebe mit etwa 1,5 kWp Photovoltaik-Leistung pro kW Wärmepumpenleistung. Für eine 8 kW Wärmepumpe brauchst du also rund 12 kWp Solar.

Die Faustformel ist kein Naturgesetz. Sie basiert auf typischen Verbrauchsprofilen für Einfamilienhäuser und gleicht aus, dass die Wärmepumpe vor allem im Winter läuft, die PV aber im Sommer am meisten produziert. Mehr PV bringt im Sommer Überschuss, der entweder eingespeist oder im Speicher zwischengelagert wird.

Konkret hängt die Größe von drei Faktoren ab:

  • Heizlast deines Hauses: ein gut gedämmtes 150 m² Haus braucht 6 bis 8 kW Wärmepumpenleistung.

  • Dachfläche und Ausrichtung: Süddach trägt rund 1 kWp pro 5 m². Ost-West-Dächer brauchen mehr Fläche, liefern aber gleichmäßiger über den Tag.

  • Sonstiger Stromverbrauch: E-Auto, Klimaanlage, Sauna im Keller. Alles, was Strom zieht, profitiert vom selben Dach.

Plane lieber großzügig. Das Dach voll zu belegen kostet pro zusätzlichem Kilowatt-Peak nur wenig mehr, weil Gerüst, Wechselrichter und Anschluss schon bezahlt sind.

Was kostet die Kombination Wärmepumpe und Solar?

Die Investition für ein Einfamilienhaus liegt typischerweise zwischen 30.000 und 55.000 Euro brutto. Diese Spanne deckt Wärmepumpe, Solaranlage und optionalen Speicher ab.

Komponente

Preisspanne (brutto, installiert)

Luft-Wasser-Wärmepumpe (8 kW)

18.000 bis 28.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe (8 kW, mit Erdsonden)

28.000 bis 40.000 €

Photovoltaik 10 kWp (schlüsselfertig)

12.000 bis 18.000 €

Stromspeicher 10 kWh

6.000 bis 9.000 €

Die Photovoltaik-Komponenten gibt es seit 2023 zum Nullsteuersatz. Nach §12 Abs. 3 UStG fallen 0 Prozent Mehrwertsteuer auf PV-Module, Speicher und Installation an, solange die Anlage höchstens 30 kWp groß ist und auf einem Wohngebäude steht (Bundesfinanzministerium FAQ). Diese Regel gilt 2026 unverändert weiter.

Förderung 2026: BEG, BAFA und KfW

Für die Wärmepumpe gibt es weiterhin Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Stand April 2026 gelten:

  • Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten

  • Klima-Geschwindigkeits-Bonus: zusätzlich 20 Prozent beim Tausch alter fossiler Heizungen

  • Einkommensbonus: zusätzlich 30 Prozent für Haushalte unter 40.000 Euro Jahreseinkommen

  • Effizienz-Bonus: 5 Prozent für besonders effiziente Wärmepumpen

  • Maximaler Förderbetrag: 70 Prozent, maximal 21.000 Euro für ein Einfamilienhaus

Die Solaranlage selbst wird nicht direkt bezuschusst. Du profitierst aber vom Nullsteuersatz und der Einspeisevergütung von 7,78 ct/kWh für Teileinspeisung beziehungsweise 12,34 ct/kWh für Volleinspeisung (Bundesnetzagentur).

Förderhöhen können sich ändern, Stand: April 2026. Mehr Details findest du in unserem Artikel zur Förderung 2026: PV, Speicher und Wärmepumpe.

Was spare ich jährlich? Beispielrechnung 150 m² Haus

Für ein gut gedämmtes 150 m² Haus mit 8 kW Wärmepumpe, 10 kWp Solar und 10 kWh Speicher liegt die jährliche Ersparnis gegenüber einer Gasheizung bei rund 1.800 bis 2.400 Euro.

So setzt sich die Rechnung zusammen:

Wärmebedarf und Stromverbrauch der Wärmepumpe

  • Heizwärmebedarf: 18.000 kWh pro Jahr

  • JAZ der Luft-Wasser-Wärmepumpe: 3,5

  • Stromverbrauch der WP: 18.000 ÷ 3,5 = rund 5.150 kWh pro Jahr

Stromproduktion der Solaranlage

  • 10 kWp produzieren in Süddeutschland rund 10.000 kWh pro Jahr

  • Eigenverbrauch mit Speicher und Wärmepumpe: rund 75 Prozent = 7.500 kWh

  • Einspeisung: rund 2.500 kWh

Geldwert pro Jahr

Position

Wert

Eigenverbrauch ersetzt Netzstrom: 7.500 kWh × 32,8 ct

2.460 €

Einspeisevergütung: 2.500 kWh × 7,78 ct

195 €

Restbezug aus dem Netz: rund 1.500 kWh × 32,8 ct

-490 €

Netto-Stromkosten Heizung + Haushalt

rund 165 € pro Jahr

Vergleichswert ohne PV und mit Gasheizung: rund 2.200 Euro für Gas plus 1.300 Euro für Haushaltsstrom, zusammen 3.500 Euro pro Jahr.

Die Differenz von rund 1.800 bis 2.400 Euro pro Jahr finanziert über 15 bis 20 Jahre den Großteil der Investition. Die genauen Werte hängen vom Strompreis, vom Standort und vom Nutzungsverhalten ab.

Mit Speicher oder ohne Speicher?

Ein Stromspeicher ist nicht zwingend, lohnt sich aber in den meisten Konstellationen mit Wärmepumpe. Er verschiebt überschüssigen Solarstrom vom Tag in die Nacht und Abendstunden, wenn die Wärmepumpe oft stärker läuft.

Vorteile mit Speicher

  • Eigenverbrauchsquote steigt von 50 bis 60 Prozent auf 70 bis 85 Prozent

  • Höhere Unabhängigkeit vom Stromversorger

  • Speicher und PV-Module zusammen unter Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG

Nachteile mit Speicher

  • 6.000 bis 9.000 Euro Mehrinvestition für 10 kWh

  • Amortisation oft erst nach 12 bis 15 Jahren

  • Die Wärmepumpe selbst wirkt schon wie ein Pufferspeicher für überschüssigen Solarstrom

Für die meisten Einfamilienhäuser mit Wärmepumpe gilt: Speicher von 8 bis 12 kWh ist sinnvoll. Über 15 kWh wird das Verhältnis schlechter. Wenn du bereits eine PV-Anlage hast und nachrüsten willst, lies unseren Artikel zu AC-Speicher nachrüsten.

Der nächste Schritt: Überschuss-Strom an Nachbarn teilen

Auch mit Speicher und Wärmepumpe bleibt im Sommer Solarstrom übrig. Bisher floss der zur Einspeisevergütung von 7,78 ct/kWh ins Netz. Ab 1. Juni 2026 ändert sich das.

Mit dem neuen §42c EnWG erlaubt der Gesetzgeber erstmals Energy Sharing in Deutschland (gesetze-im-internet.de). Das heißt: Du kannst überschüssigen Solarstrom direkt an Nachbarn im selben Verteilnetz weitergeben. Der Preis dafür liegt typischerweise bei rund 20 ct/kWh, also deutlich über der Einspeisevergütung und unter dem normalen Endkundenpreis.

So entsteht eine echte Win-Win-Situation:

  • Du als PV-Besitzer: bekommst statt 7,78 ct/kWh rund 20 ct/kWh für deinen Überschuss.

  • Deine Nachbarn: bezahlen weniger als beim klassischen Stromtarif und beziehen lokalen Solarstrom.

  • Das Quartier: nutzt mehr Strom dort, wo er produziert wird.

Wir bei Pyrpose Energy bauen genau diese Brücke. Unser Team in der Schweiz betreibt Energy-Sharing-Plattformen seit 2023. Mit den Erfahrungen daraus starten wir ab Sommer 2026 in Deutschland.

Wichtig zu wissen: Wir verkaufen keine Wärmepumpen, keine PV-Anlagen und keine Speicher. Wir senken die Stromkosten dahinter, indem wir Solarstrom mit deinen Nachbarn teilbar machen. Mehr dazu liest du in unserem Pillar-Artikel: Was ist Energy Sharing?

Häufige Fragen zu Wärmepumpe mit Solar

Wie viel kWp Solar brauche ich für eine Wärmepumpe?

Als Faustformel rechnest du mit rund 1,5 kWp Photovoltaik pro kW Wärmepumpenleistung. Für eine 8 kW Wärmepumpe sind das rund 12 kWp. Wenn das Dach es hergibt, ist mehr meistens sinnvoll, weil zusätzliche Module relativ günstig sind und du Reserve für E-Auto oder Klimaanlage hast.

Lohnt sich ein Batteriespeicher zusätzlich zur Wärmepumpe?

In den meisten Fällen ja. Ein Speicher von 8 bis 12 kWh hebt die Eigenverbrauchsquote von 50 bis 60 Prozent auf 70 bis 85 Prozent. Die Amortisation dauert 12 bis 15 Jahre. Über 15 kWh wird das Verhältnis schlechter, weil die Wärmepumpe selbst schon viel Tagstrom abnimmt.

Welche Förderung gibt es für Wärmepumpe und Solar 2026?

Die Wärmepumpe wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Stand April 2026 sind 30 bis 70 Prozent Zuschuss möglich, maximal 21.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Die Solaranlage profitiert vom Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG, also 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Module, Speicher und Installation bis 30 kWp. Förderhöhen können sich ändern, prüfe immer die aktuellen BAFA- und KfW-Seiten.

Kann ich den Überschuss-Strom sinnvoll nutzen?

Ja, ab 1. Juni 2026. Dann tritt §42c EnWG in Kraft und erlaubt erstmals Energy Sharing in Deutschland. Du kannst Solarstrom direkt an Nachbarn im selben Verteilnetz weitergeben, typischerweise zu rund 20 ct/kWh. Das ist deutlich mehr als die Einspeisevergütung von 7,78 ct/kWh.

Wie hoch ist die JAZ einer Wärmepumpe in der Praxis?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht in Deutschland typischerweise eine Jahresarbeitszahl zwischen 3,0 und 3,8. Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden liegen bei 4,0 bis 5,0. Die tatsächliche JAZ liegt oft 0,3 bis 0,6 Punkte unter dem berechneten Wert, weil im Alltag Verluste und Komfortwünsche dazukommen (JAZ-Rechner BWP).

Was bringt eine Wärmepumpe mit Solar an CO2-Einsparung?

Im Vergleich zu einer Gasheizung sparst du bei 18.000 kWh Heizwärmebedarf rund 3,5 bis 4 Tonnen CO2 pro Jahr. Mit Solarstrom vom eigenen Dach steigt die Ersparnis weiter, weil der Heizstrom dann fast komplett emissionsfrei ist.

Du willst deinen Solarstrom mit Nachbarn teilen?

Pyrpose Energy startet 2026 in Deutschland. Wer früh dabei sein will, sichert sich auf der Warteliste den Platz für die ersten Quartiere und bekommt regelmäßige Updates zur Gesetzeslage und zum Marktstart.

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